Gasshuku-Do 2011 PDF Drucken E-Mail

Wieder einmal ein unvergessliches Wochenende

Die Wolken hingen schon verhältnismäßig tief als ein Großteil von unserem Verein auf dem Zeltplatz bei Kelbra ankam. Es schafften aber noch alle ihr Zelt im Trockenen aufzubauen, ehe es dann zu der ersten Einheit des Tages ging. In der Graduierung weiß bis gelb war das diesjährige Hauptthema die Heian Shodan, während die Enpi für den 5. - 3. Kyu maßgeblich sein sollte. Ab dem 2. Kyu ging es dann um die Kanku-Sho. Nach der ersten Trainingseinheit für die Enpi waren wir um viele Geschichten rund um das Karate reicher, von der Kata selber hatten wir aber leider nur die erste Sequenz gelernt. Danach ging es für Steffi gleich weiter zu einer Kobudo-Einheit (Bo) und für unsere „Großen“ stand das Dan- Vorbereitungstraining auf dem Programm. Zurück auf dem Zeltplatz, kamen uns schon die ersten Tropfen entgegen und verhießen nix gutes. Dafür hatte Matze schon mal unser ganzes Grillgut vorgegrillt und wir konnten gleich mit dem Essen beginnen. Gut gesättigt rief Matze dann alle Teilnehmer zum ersten großen Wettkampf im Verein „Junger Brandstifter“ auf. Die Regeln und das Ziel wurden im Vorfeld schon genau erörtert. Es ging darum mit einfachen Mitteln, die man auch so in der Natur finden könnte, unser Vereinsfeuer zu entzünden, welches über das ganze Wochenende brennen sollte (bei einer halben Tonne Holz sollte das ja auch kein Problem sein). Während die meisten sich für den Feuerbohrer entschieden haben, wie wir ihn alle aus Filmen kennen, hat unser Lebensmittelchemiker Rocket das Labor geplündert und versuchte das Feuer mit Salpeter, Kohlenstoff und Schwefel zu entzünden. Ja man kann Schießpulver bestimmt auch zum Feuermachen verwenden :-). Der Physiker unter uns, versuchte es mit einer Batterie und Stahlwolle, was sicher auch zu dem gewünschten Ergebnis geführt hätte, wäre die Stahlwolle auch Stahlwolle gewesen und nicht nur Topfreiniger, bei dem irgendeine Art von Plaste mit dabei gewesen sein muss, die den Entzündungsvorgang hemmte. Aber auch so, wäre Christian wahrscheinlich disqualifiziert worden, denn Batterien findet man normalerweise nicht in der Natur. Diejenigen, die das Feuer mit einer Lupe oder einem Glas entfachen wollten, schieden schon vorher aus, da sich kein Sonnenstrahl erhaschen ließ. Der Gewinner des Contest selber, verwendete Magnesiumspäne und einen Feuerstein und brachte über mehrere Monate getrocknete Birkenrinde innerhalb kürzester Zeit zum entfachen. Die kleine Flamme, die Basti damit erzeugen konnte, reichte aus um unser großes Feuer anzuzünden. Damit stand der Sieger fest. Basti wurde mit dem Titel „Feuergott 2011“ gekürt und darf sich zudem den Wettkampf für das kommende Jahr ausdenken. Nun konnte die romantische Atmosphäre und die Wärme des Vereinsfeuers in vollen Zügen ausgekostet werden!

Am Samstagmorgen genossen alle frische Brötchen bei strahlendem Sonnenschein, wodurch man erstmal die steifgefrorenen Glieder (6°C in der Nacht) auftauen lassen konnte. Dann ging es auch schon zum Dojo und für jeden in seine jeweilige Einheit. Dabei ließ sich bei Veit lernen, dass man die Fallschule ab dem 6. Kyu natürlich auf Kopfsteinpflaster zu üben hat und dass man im Karate keine Hebel lernt, sondern wie man jemanden die Knochen bricht. Natürlich sind beide Aussagen mit einem zwinkernden Auge zu betrachten, genau wie das grandiose Zitat von Lothar Ratschke, als er eine Anwendung der Kanku-Sho zeigte, die einen Fußtritt in den Unterleib darstellte und meinte: „nicht jeder muss sich vermehren“. Die Kumite-Einheiten für die jeweilige Kata wurden von Thomas Budich gegeben, während das entsprechende Kihon von Frank Pelny an den Mann oder die Frau gebracht wurde. Beide Trainer vermittelten ihr Verständnis der Katas auf sehr interessante und vielfältige Weise. Nach der letzten Einheit des Tages, gingen alle bis auf Basti zurück zum Zeltlager, denn vor ihm lag jetzt seine Dan-Prüfung , auf die er sich sehr intensiv vorbereitet hatte. Nach den Demonstrationen des Kihon sowie der passenden Anwendung dazu, der Kata „Unsu“ und "Gojushiho-Dai" und mancherlei Kumite-Variationen, waren die Prüfer nach eigener Aussage mehr als zu frieden und gratulierten allen Dan-Anwärtern zu der wirklich sehr guten Vorbereitung und der hervorragenden Prüfungsleistung! Während Basti, leider unter dem Ausschluß der Öffentlichkeit, sein Bestes gab, versuchten wir unserer Favoritenposition beim diesjährigen „Doragon-boto-resu“ gerecht zu werden. Hierbei handelte es sich um ein „Drachenbootrennen“ bei dem alle Teammitglieder ein Ruderboot ins Wasser tragen sollten und dann mit unbehandelten Holzbrettern („Splittergarantie“) um eine Boje zu paddeln, die etwa 400m vom Ufer entfernt war und dann das Boot wieder aus dem Wasser rauszutragen. Dabei erhielt der Mannschaftskapitän, in unserem Fall Steffi, eine kleine Trommel, mit der sie die Kommandos geben sollte, die aber als eine Art Schatz weder nass noch kaputt gehen durfte. Insgesamt stellten sich 4 Teams (2 hatten bereits vor dem Start gekniffen) der Herausforderung und die Startnummer wurde per Los entschieden. Mit Startnummer eins gingen wir in die Vorrunde und waren hier mit 5min45sek siegreich gegenüber dem zweiten Team. Der Start war aber gar nicht so einfach. Da wir zu Beginn extrem ins Truddeln gekommen sind weil die Strömung relativ stark war und man mit Holzbrettern nicht vernünftig paddeln kann, lagen wir zuerst hinter dem zweiten Team. Aber unser A-Kader bestehend aus: Steffi, Matze, Rocket, Jürgen, Christian, Kiki und Stefan arbeitete Hand in Hand und dank des Drachenboottrainings vor ein paar Wochen und Rockets Erfahrung als Steuermann, gewannen wir souverän die Vorrunde mit nur 5 Paddlern. Nach der zweiten Vorrunde stand fest, wer um die Plätze auf dem Siegertreppchen kämpfte. Kurz nach dem Startkommando kam es zur ersten Kollision auf dem Wasser, da der Uferbereich doch sehr knapp bemessen war und alle gleichzeitig ins Wasser wollten. Während aber Team 2 und 3 noch damit beschäftigt waren um sich selber zu kreisen und die anderen am Vorwärtskommen zu hindern, holten wir uns schon einen mächtigen Vorsprung mit genau derselben Technik wie schon in den Vorrunden. Eigenartigerweise waren die anderen Teams so mit sich beschäftigt, dass sie nicht einmal merkten, dass es viel sinnvoller ist einen Steuermann zu haben…nun ja?! Wir gewannen schließlich das Rennen in 5min15sek und waren somit 1 Minute und 30 Sekunden schneller als Team zwei und haben gleichzeitig unsere Leistung in der Vorrunde überboten. Ganz nach Bastis Auftrag haben wir den Sieg verteidigt und nicht nur gewonnen sondern die anderen Mannschaften deklassiert ;-) Nach der traditionellen Sektdusche ging es mit den Gratulationen gleich weiter, denn Basti hatte seine Prüfung erfolgreich bestanden und ist jetzt Träger des 4. Dan. Zur Krönung der Siege gab es für alle (die wollten :-P) ein ganzes Spanferkel mit jeder Menge Sauerkraut, für das alle Vereinsmitglieder fleißig über das Jahr hin in die Vereinsförderkasse eingezahlt haben. Abgerundet wurde der Abend mit Regen, einer coolen Strandparty mit Freibier und einem riesigen Feuer, auf das alle anderen Vereine wirklich neidisch waren und dass auch noch am nächsten Morgen glühte.

Am Sonntag wurde noch schön zusammen gefrühstückt und dann die Zelte abgebaut. Dabei haben alle so die Zeit vergessen, dass wir es zu den Sonntagseinheiten gar nicht mehr geschafft haben, sondern uns dann nach einem Gruppenfoto für die Jitoku-Seite auf den Heimweg gemacht haben. Alles in Allem war das Wochenende wirklich grandios, vom Wetter mal abgesehen, aber auch das gehört schon zur Tradition. Die Trainingseinheiten waren sehr lehrreich, die Leute alle super drauf, und mir wurde versprochen, dass es nächstes Jahr eine vegetarische Tomatensoße für die Nudeln geben wird :-). In diesem Sinne, merkt euch schon mal den Termin für das nächste Gasshuku. Es wird das 20. und da können wir sicherlich mit der einen oder anderen Überraschung rechnen.