Novemberlehrgang 2011 PDF Drucken E-Mail

Der schon traditionelle Lehrgang mit Frank Pelny im November fand wie üblich in der Klosterschule mit diesmal 45 Teilnehmern statt. Das Training am Samstag war für alle Karateinteressierten (+ SaCO), während am Sonntag Kobudo trainiert wurde.

Die Anfängereinheit wurde vom kleinen Ein mal Eins der Armtechniken bestimmt. Hier wurde sehr anschaulich gezeigt wie viele Bewegungen man eigentlich aufgrund der vorhandenen Gelenke machen kann (Ellenbogen nach innen oder außen bewegen, Arm strecken oder beugen) und wie viele Karatetechniken sich daraus ergeben. Im Gesamtbild sind aber natürlich nicht nur die Arme wichtig, es kommt auf die komplette Körperhaltung an. So wurde unter anderem der Druck aus dem hinteren Bein geübt, der ja sowohl für die Schnelligkeit als auch für die Kraft in der Technik von enormer Bedeutung ist. In der Kata- und Bunkai-Einheit stand dann die „Heian-Sandan“ auf dem Programm und jeder konnte ausprobieren, ob er das davor Gelernte auch verstanden und umsetzen konnte.

Bei den Fortgeschrittenen ging es hauptsächlich um den richtigen Einsatz des Kime. Hier sollte vermittelt werden, dass es nicht nur um die Spannung und Entspannung im letzten Moment geht, sondern dass die komplette Bewegungskette des Körpers ausgenutzt werden sollte um die maximale Energie zu erzeugen. Geübt wurde das Ganze am Partner, nach dem Zitat von Frank Pelny: „Die Haut muss brennen, ohne dass man etwas merkt!“ - erstaunlich. Das Erreichen des Kime wurde auch hier in den unterschiedlichen Armtechniken geübt und man vertiefte ähnlich wie bei den Anfängern die  Mechanik der 5 Grundblöcke. Natürlich waren hier die Kihonkombinationen etwas ansprungsvoller, so dass auch wirklich jeder ins Schwitzen kam und die Fensterscheiben während des Trainings eine Milchglasfarbe annahmen. Für alle die, die von außen nicht reinschauen konnten, mussten die häufigen Kiai`s in dieser Trainingseinheit noch beeindruckender gewesen sein (in diesem Zusammenhang kam mir die Idee uns bei „Wetten Dass“ zu bewerben, da ich unter Garantie jedem beim Kiai erkennen würde :-D).

Die Kata „Jitte“ stand im Vordergrund des 2. Fortgeschrittenen Trainings, wobei man hier besonders auf die veränderte Koordination der Hüftarbeit in den verschiedenen Stellungen achten sollte. Auch bei dieser Einheit kam bestimmt so manch einer an seine Grenzen, und sei es schon bei der Erwärmung, als es darum ging von 50 in 3er Schritten abwärts zu zählen und dabei Mae-Geri zu treten. Hier erkannte man gleich wer mit großen oder kleinen Zahlen arbeitet. ;-)

Während die Trainingseinheiten für die meisten damit beendet waren, stand für 6 Karatekas noch die Prüfung zum jeweils nächsten Kyu an. Drei Kinder aus Leipzig bzw. Dessau traten zum 9. bzw. 6. Kyu an. Unter Basti`s prüfendem Blick gaben die zwei Jungs und Mädels ihr Bestes!

Für Rocket, Stefan und Jürgen ging es danach um den 1. (Rocket & Stefan) bzw. 2. Kyu (Jürgen). Alle drei überzeugten durch ihren Einsatz und ihre Leistungen, sowohl beim Kihon, als auch bei den Kata`s. Während Jürgen die „Bassai-Dai“ zum 2. Kyu zeigen musste, durften sich Rocket und Stefan sich ihre Kata selbst aussuchen. Stefan wählte die „Enpi“ und demonstrierte sehr deutlich den „Flug der Schwalbe“. Rocket hatte sich für die „Jion“ entschieden und jagte mit seinen Kiai`s einigen jüngeren Zuschauern etwas Angst ein. Der Rest schien sichtlich beeindruckt von den Leistungen der drei Prüflinge. Außerhalb des DKV Prüfungsstandards  mussten alle noch eine angesagte Kata laufen, wobei es hier nicht um irgendeine Standardkata handelte, sondern diese entweder seitenverkehrt, rückwärts oder seitenverkehrt und rückwärts zu laufen war. Und ich glaube jeder kann nachvollziehen, dass eine Heian-Godan-Ushiro nicht die einfachste Kombination ist. Auch beim jeweiligen Bunkai für die Kata bewiesen unsere Prüflinge, dass sie sich mit ihren Kata auseinander gesetzt hatten und teilweise anschaulich demonstrierten welche Art von Kampf sich für sie hinter der Kata verbirgt. Abgeschlossene wurde die Prüfung mit dem Jiyu-Ippon-Kumite und dem Freikampf.

Nach gut einer Stunde standen dann wieder alle Prüflinge gemeinsam vor Basti, der nach und nach die Namen vorlas und die Urkunden überreichte. Alle hier angetretene Prüflinge hatten ihre Kyu-Prüfung erfolgreich bestanden. 

Viel Zeit zum verschnaufen gab es allerdings nicht, denn es ging gleich danach mit einer SaCO-Einheit weiter, wobei Frank umwerfend interessante Techniken vermittelte ;) Würfe nach vorgeschalteten Hebeltechniken und Festlegung des Gegenüber am Boden durch eine Hebeltechnik.

Am Sonntag stand der Trainingstag wiedermal unter der Kobudo-Schirmherrschaft. Nach einem kurzen Leader-Meeting ging es ganz traditionell mit dem Bo-no-Kihon los (Hüfteinsatz um das Wochenende abzurunden). Dann wurde das Teilnehmerfeld auch schon in Gruppen getrennt und die Schwarzgurte: Pierre Lorenz, Hagen Walter und Sebastian Edelmann entlasteten Frank ein wenig, da dieser die Fortgeschrittenen speziell schulte. Von Bo-Kata, über Tekko-Kihon und Tekko-Bunkai bis hin zu Nunchaku-Handling und Grundlagenkihon wurden die „Beginner“ im Kobudo ausreichend mit Wissen abgefüllt – was wohl bei dem Einen oder Andern zu einem leichten Overload führte. Die Fortgeschrittenen setzen sich mit den höheren Dan-Kata (Bo, Sai, Tunfa) auseinander und arbeiteten fleißig am Detail!

Auch im Kobudo stellten sich am Ende des trainings- und lehrreichen Sonntags (5h Training) 2 Kobudo-Ka der Prüfung zum 4. Kyu! Beide bestanden im wahrsten Sinne des Wortes im Schweiße ihres Angesichts und im eigenen Saft schmorend – herzlichen Glückwunsch!

Fazit: Der Lehrgang war wieder einmal sehr erfolgreich gewesen und jeder wird bestimmt das ein oder andere mit nach Hause in sein Dojo nehmen.