Gasshuku-Do (2012) PDF Drucken E-Mail

Gasshuku-Do 2012 in Kelbra

Die Wettervorhersagen standen günstig, als wir diesmal mit Sack und Pack zum 20sten Gasshuku nach Kelbra fuhren. Während am ersten Tag die Grillmeister sich um das leibliche Wohl sorgten, nahmen andere an ihren Trainingseinheiten teil und der Rest sorgte für Feuerholz. Auch die Frauen leisteten hier ihren Beitrag und brachten den Präsidenten des Vereins „Junge Brandstifter“ so sehr in grübeln, dass er tatsächlich erwog, Frauen mit in den Verein aufzunehmen…sicherlich nur eine kurzfristige Überlegung!

Karatetechnisch stand diesmal die Heian-Nidan auf dem Programm für den 9.-8. Kyu. Der 7.-4. Kyu befasste sich mit der Heian-Godan und die Goshushiho-Dai war das Hauptaugenmerk des 3.-1. Kyu. Alle Katas wurden in unterschiedlichen Trainingseinheiten von unterschiedlichen Seiten beleuchtet und der jeweilige Ablauf mit Kihon, Bunkai, Kumite und Doraku trainiert. Bei Thomas Budich wurde sehr eindrücklich vermittelt, dass es zwei Arten zu kämpfen gibt: entweder man ist schnell oder man muss viel einstecken können – klar oder?!. Jeder kann sich sicherlich vorstellen, welche der zwei Arten bevorzugt wird. Lothar Ratschke trainierte sowohl kleine als auch große Shotokan-Tiger und versuchte zu vermitteln, warum gerade in der Heian-Godan viele unterschiedliche Karatetierstile versteckt sind (so zum Beispiel: der Drache oder der Kranich).

Nach den interessanten Trainingseinheiten wurden die Vorkehrungen für den diesjährigen Kampf um die Trophäe des Feuergottes getroffen. Die Aufgabe wurde vom Sieger des letzten Jahres (Basti) vor Beginn nochmals erläutert:

1.) Sollte man ein Holzscheit halbieren. 2.)Aus dem Holzscheit sollten je Hälfte wiederum 4 kleinere Holzscheite gespalten und aufgeschichtet werden. 3.) Diese Scheite sollten dann, wie schon im letzten Jahr, ohne technische Hilfsmittel entzündet werden.

So unterschiedlich die Axtgrößen waren, so unterschiedlich waren auch die Herangehensweisen der 4 Teilnehmer: Matze, Stefan Ri., RS², und Jürgen, die Holzscheite zu spalten. Schon nach kurzer Zeit setzten sich Matze und Stefan von Jürgen und RS² ab. Matze konnte schließlich als Erster seinen Holzblock halbieren und beschäftigte sich schon mit den kleineren Holzspalten, während die anderen noch eifrig drauf los hackten. Stefan war als Zweiter erfolgreich mit der Halbierung seines Holzblocks und lag somit Matze dicht auf den Fersen. Beide starteten fast zeitgleich mit dem Aufbau der Holzblöcke und versuchten das Feuer zu entfachen. Matze verwendete dieselbe Technik wie Basti letztes Jahr und benutzte Magnesium und einen Feuerstein. Stefan hatte sich Sägespäne organisiert und versuchte ebenfalls diese mit einem Feuerstein zu entzünden. In der Zwischenzeit beschwerte sich RS² über die Festigkeit seines Holzstückes, aber beide gaben nicht auf und hackten unermüdlich weiter. Matze und Stefan lieferten sich ein Kopf an Kopfrennen, während die Funken flogen. Leider erloschen die Funken bei Stefan immer bevor sich die Sägespäne wirklich entzünden konnten. Matze hatte als Zündmaterial leicht brennbares Toilettenpapier verwendet und schon nach kurzer Zeit brannte dieses lichterloh und konnte somit trockenes Gras und dünne Zweige zum Brennen bringen, die dann die vorbereiteten Holzspäne und Scheite entzündeten. Die brennenden Stücke wurden in unser Vereinsfeuer überführt und Matze zum Feuergott 2012 erkoren. In der Zwischenzeit verbog sich die Axt von Jürgen (wo rohe Gewalt sinnlos waltet ;-)), er konnte sich aber mit der geborgten Axt von Matze gegen RS² durchsetzen und war als Dritter damit beschäftigt seine Holzscheite aufzubauen und zu entfachen. Stefan bereitete wahrscheinlich die fehlende Luftzufuhr durch die Sägespäne und die mittlerweile zitternden Hände Probleme und somit konnte Jürgen Stefan überholen und als Zweiter seine brennenden Holzscheite dem Vereinsfeuer übertragen. Parallel dazu war auch RS² mittlerweile dabei sein Feuer mittels Stahlwolle und einer Batterie anzuzünden (wie schon im letzten Jahr). Leider stellte sich auch diesmal raus, dass die Stahlwolle wohl keine Stahlwolle sondern Aluminumwolle war und somit keine Funken erzeugte. Stefan wurde dann durch einen veränderten Versuchsaufbau doch noch mit Erfolg gekrönt und konnte als Dritter den Kontest erfolgreich abschließen. RS² wurde leider Letzter und musste am Ende aufgeben. Nichts desto trotz haben alle eifrig um den Sieg gekämpft und jeder mindestens eine Blase als persönliche Trophäe davongetragen.

Nach dem vereinsinternen Wettkampf ging es zum diesjährigen „Pra-Bas-Do“ Spaßwettkampf. Hier sollte nach sehr eigentümlichen Regeln Basketball mit Pratzen gespielt werden. Nachdem wir im traditionellen Kader-Nominierungs-Trainingslager die diesjährige A-Mannschaft zusammengestellt hatten, war auch die Bank exklusiv besetzt! Unser Teamleiter Jürgen sorgte dafür dass jeder seine Chance bekam sich zu bewähren. Obwohl auch andere Mannschaften geübt waren, setzen wir uns in jedem Spiel (kein einziger Gegentreffer) souverän durch und gewannen das Finale mit 5:0 Punkten und bekamen wieder einmal Goldmedaille und Pokal überreicht. Nach einer feuchtfröhlichen Sektdusche ging es dann noch zum Abkühlen in den Pool um dann wieder den Grill anzuwerfen. Die Strandparty wurde ebenfalls von uns besucht und Norman überzeugte hier jeden von seinen Headbangingkünsten (nicht ohne leichte Nackenschmerzen am nächsten Morgen). Auf dem Rückweg zu unserer Lagerstätte kamen wir nicht um her noch etwas Brennholz mitzunehmen, damit das Feuer auch wirklich die ganze Nacht durchbrannte. Die Feuerwache ging dann bis in die frühen Morgenstunden und hat sogar andere Gasshukuteilnehmer dazu verleitet, direkt daneben einzuschlafen – Grüße an den KDK!

Am Sonntagmorgen wurde dann noch schön gemütlich gefrühstückt, bevor die Zelte abgebaut und wieder verpackt wurden. Jürgen machte sich auf zu seiner letzten Einheit und trainierte danach gleich nochmal Beinkraft und Ausdauer bei seinem 80km Heimweg, den er mit dem vollbepackten Fahrrad bewältigte. Auch Uwe war am Sonntag nochmals beim Training und überzeugte am Ende mit seiner Prüfung zum 6. Kyu.

Fazit: Das 20. Gasshuku war wiedermal ein einmaliges Erlebnis. Wir haben wieder einmal viele neue Eindrücke beim Karate erworben, wiedereinmal den Spaßwettbewerb gewonnen, wieder gemütlich beisammen gesessen und gegrillt, getrunken, erzählt und gelacht und hatten diesmal anlässlich des 20. Geburtstags des Gasshuku richtig gutes Wetter. 2013 kann kommen!

 

Eure Claudi

P.S.: Die vegetarische Tomatensoße gab es übrigens nicht. Die Luschen!!!! ;-) Ich bin aber glücklicherweise trotzdem nicht verhungert.