Osterburg 2009 PDF Drucken E-Mail

Wiedereinmal ein richtig klasse Trainingswochenende

Osterburg 2009 – wo soll man da eigentlich anfangen? Schon zum sechsten Mal hat es uns in die Landessportschule im Norden Sachsen-Anhalts gezogen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass man sich dieses Erlebniswochenende nicht entgehen lassen sollte. Zwölf begeisterte Karate-Ka haben sich aufgemacht: Stammpersonal, Auswärtige, Abstinenzler und „Invaliden“, jeder war dabei.

Nach der Ankunft am Freitagabend konnte man sich am üppigen Buffet den Bauch vollschlagen. Doch Jitoku wäre nicht Jitoku-Do, wenn man den ersten Abend ruhig angehen würde. Nach Tischtennis spielte man traditionell FUBADO und VOBADO bis in die Nacht. Als alle anderen im schon im Bett lagen waren die Jitoku-Ka noch lange nicht müde. Die anschließende Runde „Trivial Pursuit“ im Fuchsbau gehört genauso zum Standardprozedere wie Matze’s dumme Sprüche (*grins*). Neben der grandiosen Vorstellung vom Team Jürchen/Rocket wurden die elementaren Hintergründe der Quantenphysik diskutiert. Das man auf der ISS langsamer altert ist bekanntermaßen ein alter Hut, aber das man Zeit „machen“ kann, war mit Sicherheit sogar Einstein unbekannt. Ob das Ganze Sinn macht ist dennoch fraglich.

Nach kurzer Nacht und ordentlichem Frühstück stand die erste Karate-Einheit auf dem Plan. 12 Leute und 6.Mal Osterburg, macht zusammen 18. Diese Zahl sollte das Thema für das Wochenende bilden. So bestand das Kihon aus 18 Techniken. Viel Wert wurde vor allem auf die Stellungen (Bereitschafts- und Kampfstellungen) gelegt. Sie stellten die Grundlage für das sich anschließende Kumite-Training dar. Sich im Kumite verschiedene Stellungen zunutze zu machen (sich zum Gegner stellen) klingt einfacher als es letztendlich ist. Und will man sich nicht bewegen, muss der Gegner in die passende Position gebracht werden (den Gegner stellen). Kein leichtes Unterfangen. Im abschließenden Dojo-Kampf konnten auch die Kleinen zeigen, dass sie kämpfen können. Alles in allem eine sehr lehrreiche Einheit.

Nach kurzer Stärkung standen Ballspiele auf der Tartan-Rutsch-Bahn (dank etwas Regen) auf dem Plan. Das Team der alten Herren und Nico ließ die Jungspunde in Fussball und Basketball mal wieder Lehrgeld zahlen. Nur im Dirk’s Holzstabbauernrauswurfkönig-Spiel lief es auf ein Remis hinaus. Ohne große Umschweife ging es, für mich eine der anstrengendsten Einheiten, zum Schwimmen (Stellung und Lage im Wasser). Da stieß der ein oder andere an seine Grenzen. Jürgen vollführte danach noch einen eineinviertel nicht gedrehten Rückwärtsrückenklatscher, den man wohl noch in Osterburg gehört haben dürfte – gibt eine schöne Rückenfarbe!

Zur zweiten Karate-Einheit traf man sich léger im T-Shirt zum „Knorkeln“ (Stand und Bodenkampf – Stellungen brechen). Nicht nur die eingebauten Kraftübungen zwischen den Runden führten dazu, dass die Festhalten nicht mehr so fest waren wie am Anfang des Trainings. Schon einigermaßen gezeichnet vom Tag, waren die wir dennoch nicht müde unsere Astralkörper weiter zu stählen. Die nächsten Hambüchens oder Fahrigs werden wir wahrscheinlich nicht mehr, aber besser als die meisten anderen sind wir allemal. Neben der Riesenschaukel an den Ringen, den Sprung in die Schaumstoffgrube und Pauschenpferd, hier zeigte Matze ungeahnte Fähigkeiten, zum Schluss noch das Highlight: Trampolinspringen an die Ringe

Der Tag konnte nicht besser ausklingen als beim gemeinschaftlichen Schwitzen in der Sauna. Profi-Sauna-Meister Kutschki kannte keine Gnade beim Aufguss und die Gespräche waren ebenso erheiternd wie der Slalomlauf im Abkühlbereich. Im Fuchsbau war im Anschluß Kreativität gefragt. „Ein solches Ding“ ward gesucht. Hitzige Diskussionen und zweifelhafte Abstimmungen sorgten für amüsante Momente. Aber mal ehrlich, eine Spardose, die geölt werden muss, würde ich mir nicht kaufen. Da muss sich der Herr Ingenieur etwas Besseres einfallen lassen.

Durch die Zeitumstellung wurde diesmal wirklich „Zeit gemacht“ und alle konnten etwas länger schlafen. Nachdem Frühstück ging es an die frische Altmärker Luft zum „Rutschball“, ob nun aus der Hand oder vom Fuß. Für die Väter ging es schon nach Hause, für alle anderen wieder in die Kampfsporthalle. Die Goju-Ryu-Kata Seipai war das Thema der Einheit. Seipai bedeutet 18 und wer vorher aufgepasst hat, erkennt den tieferen Sinn dahinter. Die Kata ist eine der höheren Kata im Goju-Ryu und beinhaltet unter anderem verborgene Techniken. Ein schöner Anlass, mal wieder über den Tellerrand zu anderen Stilrichtungen zu schauen.

Langsam neigt sich das wieder einmal unglaubliche Wochenende dem Ende zu. Lockere Runden Chinesisch rundeten den Aufenthalt an der Landessportschule in Osterburg ab.

Ich glaube, alle freuen sich schon auf das nächste Jahr. Aber der eine oder andere hatte auch noch ein paar Tage danach etwas von dem Wochenende. Und meine nicht den vollgefressenen Magen. An dieser Stelle noch mal großen Dank an Basti für die tolle Organisation und an Matze für die Finanzierung. Wir können uns als Mitglieder in einem so fantastischen Verein wirklich glücklich schätzen

In diesem Sinne, euer Stefan